Es gibt so viele Online-Tools für virtuelles Lernen. Wollt ihr jedoch euren eigenen Inhalt kreieren und direkt auf eure Zielgruppe zuschneiden, so empfehle ich euch folgende Schritte:
Vom Ende her starten:
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Ja, die Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Aber wo es hingehen soll, ist existenziell wichtig für den Verlauf der Route. Und so muss sich jede/r Tutor*in, Reiseleiter*in, Lehrer*in die Frage nach dem Reiseziel stellen und sehr genau beantworten. Hier verlinke ich euch ein aus meiner Sicht gutes Beispiel der ETH Zürich:
Und sobald das Ziel klar ist, kann die Route festgelegt werden.
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Meilensteine definieren:
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Slice the elephant. Das grosse Ziel wird in kleine, appetitliche Wochenhäppchen zerlegt, die dann mit dem aktuellen Kalender verknüpft werden. Je nach Reifegrad der Lerngruppe kann man das Zerschneiden auch den Lernenden überlassen, die dann im eigenen Tempo selbstverantwortlich ihre (Zwischen)-ziele einteilen und erreichen.
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Und wie? Medien, Methoden, Sozialformen.
OK, ihr habt die Meetinglogistik, wisst, wo eure Reise hingehen soll und in welchen Etappen die Route verläuft. Aber um sie wirklich spannend und zielführend zu gestalten, ist eine einfach zu verstehende und abwechslungsreiche Gestaltung wichtig:
Medien0. Computer organisierenDas Arbeitszimmer für's virtuelle Arbeiten ist unser Computer. Ich selbst bin eigentlich eine grosse Freundin des kreativen Chaos, aber in diesem Fall ist es der absolute Zeitfresser, wenn das Dateiverzeichnis nicht gut organisiert ist. Also, bevor es losgeht, eine intuitiv passende Struktur durchdenken und erstellen. Hierfür werden Mappen für die einzelnen Kurse, Themen, Rohmaterial, komprimierte Arbeitsmittel etc. angelegt.
1. Papier/Analoge InhalteVisualisierungen schaden nie... ist meine Meinung. Entweder du wirst selbst kreativ und malst, oder du scannst die Inhalte aus bestehenden Arbeitsmitteln. Das finale Produkt ist mein Aushängeschild, insofern lege ich hier - trotz aller Faulheit - Wert auf Professionalität.
2. Digitale InhalteGo digital! Es ist nicht nur cool, sondern auch effizient, mit digitalen Inhalten zu arbeiten. Learning by doing ist hier die Devise, wenn man kein digital Native ist. Alle meine Kenntnisse habe ich durch Eingabe in Suchmaschinen, Ausprobieren, Tutorials ansehen erarbeitet. Das ist am Anfang mühsam und zeitraubend, aber wenn es einmal funktioniert, unwahrscheinlich befriedigend. Für die Erstellung von Screenshots am Mac heisst das zum Beispiel: Tastenkombination "Shift, Command, 3 oder 4" eingeben und ratz fatz ist das Ergebnis fertig. Aufpassen beim Abspeichern (siehe Punkt 0. Computer organisieren).
Ausserdem gibt es online jede Menge Snipping tools für eure unmittelbare Umgebung und Technik. Einfach ausprobieren. 3. Arbeitsblatt erstellenNachdem das fertige Arbeitsblatt erstellt ist, sollte es in ein pdf-Dokument konvertiert werden, so dass es mit jedem PC/Mac/Smartphone gelesen werden kann. Hierbei ist die Grösse zu beachten, damit ihr nicht die Postkästen der geneigten e-mail-Empfänger sprengt.
4. VideoDas Video ist als Medium nicht mehr wegzudenken. Mein Sohn coacht mich immer wieder - oder versucht es zumindestens - dass alle Inhalte, die nicht per Video an ihn herangetragen werden, ihn nicht wirklich fesseln. Also, wenn immer ihr könnt, das Smartphone auf's Stativ stellen und kurz und knackig die eigene Person, die Lerninhalte, die Arbeitsanweisung etc. aufnehmen. Wem das zu persönlich erscheint, der arbeitet mit Learningapps.
5. Mit Stolz kopierenDie Kreativität unserer Kollegen ist unfassbar beeindruckend. Allerdings auch die rechtlichen Bestimmungen zum Kopierschutz. Wenn es ein gutes Video etc. bereits gibt, das wir kopieren dürfen, dann ist das sehr befriedigend. Natürlich versteht es sich von selbst, dass die Quelle entsprechend genannt wird.
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Methoden0. VielfaltWenn ihr das Drehbuch für euer Seminar schreibt, dann ist der Methodenvielfalt besondere Beachtung einzuräumen. So wie wir es bei jeder Reise zu schätzen wissen, dass sich die Landschaft, die Natur, die Menschen immer wieder ändern, so sollte dies auch bei unserer virtuellen Lernreise der Fall sein.
1. MethodenpoolIm Laufe der Jahre habe ich mir meinen eigenen Methodenpool erarbeitet. Gern habe ich mich dabei vom Methodenpool der Uni Köln inspirieren lassen, der hier unten verlinkt ist.
2. Meine LieblingsmethodenFür's virtuelle Zusammenarbeiten eignen sich manche Methoden mehr als andere. Zum Einstieg ist es für mich hilfreich, die Lerngruppe kleine Bilder oder Texte oder ein powerpoint slide erstellen zu lassen, die vor dem Meeting eingesammelt werden und helfen, die einzelnen Sequenzen bildlich und anregend zu gestalten.
Im Laufe der Wochen werden meine Lieblingsmethoden hier verlinkt. |
Sozialformen0. EinleitungAuch hier liegt das Geheimnis in der Vielfalt der Sozialformen, die eingesetzt werden, um mit Spass ans Ziel zu gelangen. Deswegen heisst die Webseite auch "kind-a(of)-fun-learning" - denn Spass und Humor sind unerlässlich.
1. Dialog mündlich oder schriftlichDer einfache Start. Ich nehme mit den Lernenden Kontakt auf: ein Telefonat, eine Videokonferenz, eine e-mail. Dies hilft mir, ein Gefühl für die momentane Gefühlslage derer, die ich kenne, zu bekommen oder meine noch unbekannten Lernenden kennenzulernen.
2. Das GruppengesprächDas Gespräch in der grossen Gruppe sollte gewissen Regeln folgen. Zum Start hilft es, jeden mal drankommen zu lassen mit ein paar Sätzen, damit alle ein Gefühl bekommen
3. Kleingruppen-/PaararbeitMein wichtigstes Learning, nachdem ich aus meinem Berufsleben wieder unter die Lehrer gegangen bin, ist der Wert dieser Sozialform. Der Austausch in der kleinen Gruppe hilft denjenigen, die noch nicht alle Antworten haben und spontan heraushauen können. Er gibt Sicherheit und Bestätigung, bevor man sich in der grossen Gruppe traut. So wird den Lernenden geholfen, ihre Ergebnisse "laut" zu durchdenken und im besten Fall über Feedback zu verbessern.
Beim virtuellen Lernen ist diese Sozialform bewusst mit einzubauen. Wem es zu kompliziert ist mit den entsprechenden Tools, der entschleunigt den Prozess und baut in den Fahrplan Zwischenmeetings ein. |